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Women’s Health – Beitrag zu Zukunft FrauProf. Dr. Anita Rieder
Zukunft Frau?Mittlerweile ist es in jedem Land der Erde so: Frauen haben eine höhere Lebenserwartung als Männer. Sie gewinnen jedes Jahr ein kleines Stück Lebenserwartung dazu und nun stellt sich die Frage: Was tun sie mit den gewonnenen Jahren? Die Wissenschaft beschäftigt sich zunehmend mit den Unterschieden in der Lebenserwartung zwischen Männern und Frauen – und es tauchen immer neue Fragen auf, die noch nicht beantwortet sind. Diese Disziplin, die sich mit der sozialen Rolle von Frau und Mann beschäftigt, ist die Gender-Forschung.
Was ist Gender?Mit „Gender“ ist nicht das „biologische Geschlecht“ gemeint, also was Männer und Frauen körperlich unterscheidet, sondern das „soziale Geschlecht“, das heißt, was z.B. von Männern und Frauen erwartet wird – oder die unterschiedlichen Rollen, die Männer und Frauen in der Gesellschaft haben. Die Geschlechterrolle oder das „soziale Geschlecht“ ist eher erlernt und es besteht die Möglichkeit, dass diese Rolle sich ändert oder geändert werden kann.
Gender-Lücken im AlltagEs gibt natürlich auch Kritik am Gender Mainstreaming. Die Kritik lautet häufig, dass das Resultat der Bemühungen nur darin besteht, dass jetzt Briefe mit „Sehr geehrte Frau, sehr geehrter Herr“ begonnen werden. So lächerlich ist das gar nicht: Erst neulich verschickte eine international renommierte wissenschaftliche Gesellschaft eine Kongressankündigung – der Brief begann mit „Dear Sirs“! Studie zur Stellung der FrauAber so schlecht ist es um Frauen gar nicht bestellt – und „Zukunft Frau“ zeichnet sich sichtlich weltweit als Trend ab. Das World Economic Forum hat 2005 erstmals eine weltweite Studie zur Situation der Frauen im Vergleich zu den Männern erstellt. Ein Jahr später wurde diese Studie wiederholt und Ende des Jahres der Weltöffentlichkeit präsentiert.
Gender-Gap „Gesundheit“Wie groß ist die Kluft zwischen Männern und Frauen – wo tut sich ein Gender-Gap (engl. gap „Lücke“) auf? Es wurde ein Ranking erstellt und raten Sie, wo Deutschland steht. Deutschland ist auf dem 5. Platz von 115 Ländern! Schweden auf Platz eins, gefolgt von Norwegen, Finnland, Island – dies sind die 5 Länder mit dem geringsten Gender-Gap. Deutschland gehört somit zu den Ländern, in denen sich hinsichtlich der Gleichstellung der Frauen einiges getan hat.
Gender-MedizinDie höhere Lebenserwartung von Frauen im Vergleich zu den Männern hat dazu geführt, dass man meinte, sie seien einfach wesentlich gesünder und robuster. Aber die Jahre, die sie nicht in Gesundheit verbringen, müssen auch berücksichtigt werden, da sie letztendlich schwerer wiegen als all die anderen. Und hier genau kommt die Gender-Medizin ins Spiel.
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