Selbstakzeptanz macht sexy
Dr. Eva Wlodarek

Spieglein, Spieglein an der Wand ...
Ein Cartoon ohne Worte: Eine gut aussehende Frau steht vor einem großen Spiegel – und sieht sich darin doppelt so breit und ziemlich unattraktiv. Ein Mann mit Bierbauch und Halbglatze betrachtet sich ebenfalls im Spiegel – und sieht darin eine Mischung aus George Clooney und Arnold Schwarzenegger. Dahinter steckt viel Wahrheit. Wir Frauen sind mit uns selbst überkritisch, vor allem, was unser Aussehen anbetrifft. Dabei messen wir uns an einem Schönheitsideal, das uns die Medien vermitteln. Schneiden wir im Vergleich dazu schlechter ab, fühlen wir uns unwohl oder entwickeln gar Minderwertigkeitsgefühle.
Ich sehe was, was du nicht siehst
Die Selbstkritik macht auch vor der Schlafzimmertür nicht halt. Viele Frauen bemühen sich angestrengt, beim Sex ihre (vermeintlichen) Schwachstellen zu kaschieren. Ziehen etwa den Bauch ein, zupfen die Bettdecke über ihre Oberschenkel oder vermeiden Positionen, in denen sie unvorteilhaft wirken könnten. Schade, denn indem sie sich auf ihr Äußeres konzentrieren, sabotieren sie ihre eigene Lust und damit auch indirekt die ihres Partners. Lustvoller Sex hat nämlich eine Menge mit Loslassen zu tun.
Traumfrau gesucht?
Diese Selbstkontrolle ist völlig unnötig. Es ist ganz klar ein Mythos, dass Männer ideale Körperformen besonders sexy finden. Umfragen belegen, dass für sie eine Frau, die ihren eigenen Körper mag und genießt, wesentlich aufregender ist. Ein guter Grund, sich selbst nicht länger mit hartem Blick zu betrachten. Vielleicht wenden Sie jetzt ein: Ich beurteile mich gar nicht zu streng, ich bin mir gegenüber nur ehrlich: Mein Hintern ist zu dick, mein Busen ist zu klein, meine Beine sind zu kurz. Warum sollte ich diesen Körperteilen also Bestnoten geben? Das wäre doch purer Selbstbetrug.
Ich denke, also bin ich
Selbst wenn es berechtigt sein sollte, schadet Ihnen ein hartes Selbsturteil. Indem Sie bestimmte Teile Ihres Körpers ablehnen, beeinträchtigt das indirekt Ihre Schönheit und Ihre sex
uelle Anziehungskraft: Sie strahlen aus, dass Sie sich unattraktiv finden. Unterschwellig senden Sie pausenlos entsprechende Botschaften an Ihre Umgebung, vor allem über Ihre Körpersprache. Etwa indem Sie längeren Blickkontakt vermeiden, den Kopf eher senken als ihn selbstbewusst zu heben, sich unsicher bewegen oder die Arme vor der Brust verschränken. Auch verbal kommt Ihr negatives Selbstbild rüber. Indem Sie Komplimente abwehren, statt sich lächelnd dafür zu bedanken. Oder indem Sie ungefragt auf Ihre vermeintlichen Schwachstellen hinweisen.
Finden Sie sich schön und sexy ...
Früher oder später zeigt das Wirkung. Die Männer übernehmen Ihr Selbstbild und behandeln Sie entsprechend. Damit haben Sie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung in Gang gesetzt: Weil Sie sich nicht schön und sexy finden, tut es auch Ihre Umgebung nicht. Und das wiederum bestätigt Ihnen, dass Sie nicht schön und sexy sind. Na bitte, Sie haben es ja gleich gewusst!
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