Selbstakzeptanz macht sexy
Dr. Eva Wlodarek
... dann sind Sie es auch in den Augen der Männer!
Die gute Nachricht: Was im Negativen funktioniert, funktioniert auch im Positiven. Sobald Sie sich selbst akzeptieren und wie eine Frau auftreten, die sich attraktiv und sexy findet, werden Sie auch so gesehen, selbst wenn Sie objektiv Ihre Schwächen haben. Es lohnt sich also, an einer neuen Selbsteinschätzung zu arbeiten.
Ja, aber
Zugegeben, sich auf Anhieb toll zu finden, ist nicht so einfach. Wahrscheinlich meldet sich erst einmal eine innere Stimme, die sich heftig gegen die positive Beurteilung wehrt. Sie sagt etwa: „Mach dir doch nichts vor, die Cellulite-Dellen in deinen Oberschenkeln sind einfach hässlich.“ Oder: „Rede dir bloß nichts ein. Deine Hüften sind viel zu breit.“ Wer da spricht? Ihre „innere Kritikerin“.
Sie ist ein Teil unserer Persönlichkeit. Sie hat die positive Aufgabe, uns zum Besten anzuspornen. Meist übt sie die auch sinnvoll aus. So rät sie Ihnen z.B. vor dem Spiegel in der Umkleidekabine unverblümt: „Lass die Finger von diesem T-Shirt, das Grün mach dich blass.“ So weit, so nützlich. Nur besteht bei der inneren Kritikerin die Gefahr, dass sie, einmal in Schwung, blindlings alles niedermacht, was ihr nicht gefällt, und damit unser Selbstwertgefühl mindert.
So entwickeln Sie ein positives Selbstbild
Wenn Sie Ihre innere Kritikerin in die Schranken weisen wollen, müssen Sie schon echte Überzeugungsarbeit leisten, denn sonst gibt sie keinen Deut nach. Immerhin ist sie guten Argumenten zugänglich. Sie können mehr Selbstakzeptanz gewinnen, wenn Sie sich diese drei Tatsachen bewusst machen:
1. Schönheit in den Medien ist künstlich
Models, Film- und Popstars sind Kunstwesen. Sehen Sie sich doch nur mal unzensierte Paparazzi-Schn
appschüsse an. Oder Modeproduktionen: Durch die Tür treten blässliche junge Frauen, nach denen sich auf der Straße kaum einer umdreht. Erst nachdem sich eine Make-up- und Hairstylistin stundenlang um sie gekümmert hat, zeigt sich Glamour. Hinzu kommt noch, dass man Fotos am Computer bearbeiten kann. In den Bildredaktionen zieht man problemlos Beine lang und retuschiert Falten oder Pickel. Lassen Sie sich also nicht bluffen und vergleichen Sie sich nicht länger mit Kunstprodukten.
2. Gestern ist vorbei
Seit wir die ersten negativen Bemerkungen über unser Aussehen gehört haben, wirken sie sich unterbewusst aus. Im Laufe der Zeit hat sich da einiges angesammelt. Zum Beispiel das Lästern unserer Mitschülerinnen über kurze Beine oder fehlende Oberweite. Emotional sehen wir uns immer noch so, obwohl wir uns längst verändert haben. Überlegen Sie doch mal: Rein physisch sind Sie schon längst nicht mehr die von damals. Jede Zelle Ihres Körpers hat sich inzwischen mehrfach erneuert. Es ist höchste Zeit, sich von einem alten Selbstbild zu trennen. Hören Sie auf, sich immer noch als „Bohnenstange“, „Fettklops“ oder „Mauerblümchen“ zu sehen. Sagen Sie sich: Schluss damit, das ist Schnee von gestern. Ein Psycho-Trick, um diese Entscheidung noch zu verstärken: Schreiben Sie sämtliche Kränkungen, an die Sie sich erinnern, auf. Streichen Sie sie dann mit dickem Filzstift durch und schreiben Sie daneben: Das ist vorbei!
3. Die Funktion ist wichtiger als das Aussehen
Eines der besten Argumente für einen weicheren Blick stammt ausgerechnet von den Männern. Untersuchungen haben ergeben, dass Männer ihren Körper weniger unter ästhetischen Gesichtspunkten betrachten als vielmehr unter dem Blickwinkel: Funktioniert er? Was ermöglicht er mir? Sehen Sie es ebenso: Ihre Hände, die Sie zu breit finden, können streicheln oder Klavier spielen. Ihre kurzen Beine tragen Sie bestens durch den Tag. Mit Ihren kleinen Augen nehmen Sie den wunderbaren Sonnenuntergang wahr. Grund genug, den geschmähten Körperteilen richtig dankbar zu sein.
Danke-Schön!
Schließen Sie die Augen und konzentrieren Sie sich auf denjenigen Teil Ihres Körpers, den Sie nicht sonderlich schätzen. Senden Sie ihm ein Lächeln. Sie müssen dabei nicht unbedingt den Mund verziehen, es gibt auch ein innerliches Lächeln. Bedanken Sie sich bei dem Körperteil, dass er so treu seinen Job macht, obwohl Sie die meiste Zeit mit ihm herummeckern. Fragen Sie bei der Gelegenheit auch gleich mal nach, was Sie für ihn tun können. Vielleicht eine kleine Massage? Gesünderes Essen? Sport? Eine fröhlichere Mimik? Gönnen Sie ihm das!
Wenn Sie gezielt daran arbeiten, wird sich allmählich etwas in Ihnen verändern. Selbstakzeptanz lässt keinen Platz für gnadenlose Perfektion. Dafür erhöht sie Ihre Lebenslust, Ihre Flirtlaune und den Spaß in der Liebe. Und das macht Sie ausgesprochen sexy!
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