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Burn-out – was, wenn ein Partner „ausgebrannt“ ist?

Dr. Eva Wlodarek

Das hat wohl jede(r) von uns schon einmal erlebt: Stress und Sex gehen nicht zusammen. Wenn man den Kopf voll hat, etwa mit Problemen im Job, ist es kaum möglich, sich auf Zärtlichkeiten einzustellen. Zum Glück gibt es nach einem anstrengenden Tag oder einer hektischen Woche die Möglichkeit, geistig und körperlich von Turbo auf Entspannung umzuschalten. Dabei hat jeder so seine Tricks, z.B. ein belebendes Bad, eine Runde Joggen, ein schönes Essen, ein Glas Wein, eine CD mit der Lieblingsmusik. Entspannt ist man dann meist auch wieder offen für Liebe, Lust und Leidenschaft.

Diagnose: einfach nur noch erschöpft

Beim Burn-out, dem Ausgebranntsein, liegen die Dinge komplizierter. Hier handelt es sich nicht mehr um eine stressige Phase, die schon irgendwann vorübergehen wird, sondern um einen chronischen Erschöpfungszustand. Im Diagnoseschlüssel der Medizin wird Burn-out sogar als Krankheit geführt. Typische Symptome sind: andauernde Müdigkeit, die auch durch Ausschlafen nicht zu beheben ist. Das ständige Gefühl, überfordert zu sein und die alltäglichen Dinge nicht mehr auf die Reihe zu kriegen. Starke Konzentrationsstörungen während der Arbeit. Last, but not least geht Burn-out mit einer depressiven Verstimmung einher. Das Leben macht keine Freude mehr. Dinge, die man früher gern getan hat, empfindet man jetzt nur noch als lästig und anstrengend. Hinzu kommen oft körperliche Symptome wie Anfälligkeit für Infekte, Kopfschmerzen und Schwindel.

Zu viel von sich erwartet

Die Ursache für ein Burn-out liegt zunächst in einer äußeren Überforderung, wenn nämlich die Menge der Arbeit von einer einzelnen Person einfach nicht zu schaffen ist. Oder wenn jemand für seine gute Arbeit keine Anerkennung bekommt. In vielen Fällen spielt aber auch die innere Einstellung zu den Aufgaben eine große Rolle. Besonders gefährdet sind Menschen, die zu hohe Erwartungen an sich selbst stellen, die sich unentbehrlich fühlen oder gar unter dem berühmten Helfersyndrom leiden.

Keine Lust auf gar nichts

Man kann sich leicht ausmalen, was der Zustand des Burn-outs für eine Partnerschaft bedeutet. Auch dem gutwilligsten Partner reißt irgendwann der Geduldsfaden, wenn der andere immer einsilbiger wird, sich zurückzieht und zu nichts mehr Lust hat – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Burn-out ist ein dauerhafter Lustkiller, sowohl auf der organischen als auch auf der psychischen Ebene. Sex geht dann meist gar nicht mehr. Aber das ist nur eines der Übel, denn insgesamt nimmt die Lebensqualität des Paares rapide ab. Ausgehen? Nicht daran zu denken. Freunde einladen? Viel zu anstrengend. Etwas unternehmen? „Schatz, lass mich, ich bin zu müde.“

Lassen Sie sich helfen

Ein guter Ratschlag wie „Reiß dich doch mal zusammen!“ nutzt hier wenig. Gegen Burn-out anzugehen ist keine Frage der Disziplin. Genauso gut könnte man einem Grippekranken sagen, er solle gefälligst sein Fieber senken. Die Betroffenen möchten ihr Verhalten ja gerne ändern, aber ihnen fehlt dazu einfach die notwendige Energie. Ebenso wenig nutzen liebevolle Fürsorge und Verständnis. Die tun zwar gut, reichen aber nicht, um den Status quo zu ändern. Da hilft nur eins: Bei offensichtlichen Anzeichen von Burn-out ist es das Beste, sich in kompetente Hände zu begeben und psychologische bzw. ärztliche Hilfe zu suchen. Dort lernt man Strategien, um mit den krankmachenden Auslösern von innen und außen angemessen umzugehen. Hier einige wirkungsvolle Anregungen:

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