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Eltern sein – mit Kind verändert sich die Partnerschaft

Dr. Eva Wlodarek

Im Großen und Ganzen verläuft die Zeit bis zur Geburt trotz einiger Tiefpunkte bei den meisten Paaren friedlich und harmonisch. Sie freuen sich darauf, das Kind endlich im Arm zu halten. Klar, man wird dann im Alltag einiges verändern müssen, aber das ist gewiss nur eine Frage der Organisation. Schließlich klappt es im Beruf doch auch mit Zeitman-agement und Absprache.

Von wegen! Paare, die glauben, das Leben zu dritt sei nur ein erweitertes Leben zu zweit, erwartet nach der Geburt eine Überraschung. Zunä- chst natürlich eine freudige, aber gleichzeitig gibt es auch den berü- hmten „Babyschock“. Nichts ist mehr so, wie es war. Und es ist gut zu wissen, was sich alles verändert, damit die jungen Eltern darauf reagieren können.

Mama kriegt den Babyblues

Eigentlich sollte die junge Mutter supe- rglücklich sein. Stattdessen sitzt sie schluchzend im Bett. Keine Sorge, mit ihr ist alles in Ordnung. Sie hat nur ihre „Heultage“, wie 50 bis 70 % aller Frauen in dieser Situation. Schuld daran sind die Hormone. Die während der Schwa-ngerschaft gebildeten Östrogene gehen abrupt zurück. Progesteron, das sich bisher ausgleichend auf die Stimmung ausgewirkt hat, wird nun nicht mehr produziert. Und die beruhigenden Endorphine, die während der Geburt ausgeschüttet wurden, baut der Körper allmählich wieder ab. Normalerweise dauert diese Umstellung drei bis fünf Tage und der „Blues“ gibt sich schließlich von selbst. (Nicht zu verwechseln mit einer so genannten Wochenbett-Depression: Dauert die seelische Verstimmung über Wochen an, ist unbedingt medizinische Betreuung nötig.)

Das Paar ist am Rande des Nervenzusammenbruchs

Schlafentzug zählt zu den Foltermethoden und sollte eigentlich verbo-ten sein. Aber genau das passiert nun Nacht für Nacht. Die Eltern werden immer wieder aus dem Schlaf gerissen, weil das Baby Hunger hat. Solange die Mutter stillt, ist vor allem sie gefordert, beim Fläschc-hen ist später auch der Vater dran. Nach durchwachten Nächten liegen die Nerven blank. Deshalb kommt es schnell zu Krach und Vorwürfen.

Der junge Vater fühlt sich abgeschoben

Die Natur hat es weise so eingerichtet, dass Mutter und Kind von Anf-ang an ein inniges Verhältnis haben. Schließlich ist das hilflose Wesen hochgradig abhängig und auf Liebe und Pflege angewiesen. Durch Bin-dungshormone, ebenso wie durch das Stillen, spinnen sich Mutter und Kind in einen symbiotischen „Kokon“ ein. Kein Wunder, dass viele fris-chgebackene Väter eifersüchtig werden. Bisher war ihre Frau ganz für sie da. Die wiederum fühlt sich völlig überfordert, wenn sie statt eines plötzlich zwei Kinder hat, die sie trösten, versorgen und unterstützen soll.

Die Erziehungsstile prallen aufeinander

Außer beim Geld zeigen sich unterschiedliche Einstellungen wohl kaum deutlicher als beim Umgang mit dem Kind, und das beginnt schon in den ersten Wochen. Mama springt sofort hin, wenn Baby nur Piep sagt, Papa findet, so wird es nur verwöhnt – oder umgekehrt. Ob dicke Jacke oder leichte Kleidung, Stoffwindel oder Pampers, vieles kann Anlass für einen heftigen Streit werden. Und dann kommt meist gleich alles auf den Tisch, was in den letzten Jahren schiefgelaufen ist.

Der Sex bleibt auf der Strecke

Die Geburt hat den Körper der Frau enorm strapaziert. Ihr Beckenboden ist stark gedehnt, der Damm oft durch einen Riss oder Schnitt verl-etzt. Außerdem müssen sich die dur-ch die Schwangerschaft veränderten Organe, besonders die Gebärm-utter, wieder zurückbilden. Das ist mit einem Wundsekret, dem Wochenfluss, verbunden. In dieser Zeit, die etwa 6 bis 8 Wochen dauert, ist Sex ohnehin kein Thema.

Doch auch wenn körperlich alles wieder im Lot ist, haben viele Frauen keine Lust mehr, und das hat vor allem zwei Gründe: Zum einen wird die Sehnsucht nach Zärtlichkeit, die vorher auf den Partner bezogen war, nun durch das Baby erfüllt. Mit ihm kann man stundenlang sch- musen, auch das Stillen bringt besondere Lustgefühle. Zum anderen ist die Mutter durch die Rund-um-die-Uhr-Pflege meist völlig erschöpft. Sie ist im Stress, und das ist nun mal einer der größten Lustkiller.

Ein weiterer Stressfaktor kann die Verhütung nach der Geburt sein, denn vor allem, wenn die Mutter stillt, muss die Verhütungsmethode sorgfältig ausgewählt werden.Verhütung nach der Schwangerschaft

Das Paar hat keine Zeit mehr für sich

Alles dreht sich ums Baby. Man darf sich das gerne so vorstellen, als ob das Paar unter der Fuchtel eines – wenn auch entzückenden und heiß geliebten – Tyrannen steht, dem es schwer entkommen kann. Und falls ein bisschen Zeit übrig ist, wird sie genutzt, um Besorgungen zu machen und Dringendes zu erledigen. Jeder der beiden hat kaum Zeit für sich selbst und ist schon froh, wenn er sich ein bisschen aus- ruhen kann. Da bleibt für gemeinsame Unternehmungen so gut wie nichts mehr übrig.

Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Sexualität wirklich stressfrei genießen können.
Kein Stress beim Sex
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