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Männersprache – Frauensprache

Dr. Eva Wlodarek

„Also, ich fände es eigentlich ziemlich gut, wenn die Männer uns Frauen mal richtig zuhören würden. Ich könnte mir vorstellen, dass wir dann vielleicht auch beim Sex noch besser harmonieren.“
Halt, ist Ihnen an der Formulierung in diesen Sätzen etwas aufgefallen? Nein? Das ist auch nicht verwunderlich. Denn wir Frauen sind es gewohnt, so zu reden, dass wir die sprachlichen Besonderheiten kaum noch registrieren.

Könntest, würdest, hättest

Wenn auch nicht sprachlich, wir Frauen bemerken sehr wohl, dass unsere Wünsche oft nicht ernst genommen werden. Vor allem von Männern. Für die sprechen wir anscheinend Spanisch … Aber warum? Weil wir unser Umfeld unterschiedlich wahrnehmen und beurteilen! Und das zeigt sich deutlich in der Sprache.

Langsam, aber sicher

Die amerikanische Sprachwissenschaftlerin Deborah Tannen bringt es auf den Punkt: Frauen leben in einer „Beziehungswelt“, Männer in einer „Statuswelt“. Deshalb sprechen sie eine andere Sprache.
Aber wie geraten wir eigentlich in diese verschiedenen (Sprach-)Welten? Ganz einfach: Wir werden hineingeboren. Und wenn wir heranwachsen, entwickeln wir – je nach Geschlecht – unterschiedliche Interessen. Damit liegt fest, welche Art von Sprache wir lernen. Sind wir endlich erwachsen, hinterfragen wir sie gar nicht mehr.

Uns trennen Welten!

Blicken wir nun mal in die „Welt“ der Frau. Das Passwort für die weibliche „Beziehungswelt" lautet Verbundenheit. Wir Frauen wollen Harmonie. Und bemühen uns, möglichst immer Übereinstimmung herzustellen. Dazu gehört, dass wir jeden Anschein von Überlegenheit meiden und Unterschiede herunterspielen. Vermutlich haben Sie selbst schon bemerkt, wie leicht Sie sich Ihrem Gegenüber anpassen. Bewusst oder unbewusst fahren wir Frauen ständig unsere Antennen aus, um zu orten, wie es den Menschen in unserer Nähe geht. Ja, darin sind wir echte Meister(innen).

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