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„Sag doch was!“ – Bringen Sie Ihren Partner zum Reden

Dr. Eva Wlodarek

Barrieren verstehen und nehmen

Fazit: Die stummen Männer sind keine eiskalten Roboter, sie funktionieren nur gemäß ihrer Rolle. Das angeblich grundverschiedene Maß an Emotionalität ist der Tatsache geschuldet, dass Frauen gelernt haben, offener über ihre Probleme zu sprechen. Je mehr Sie als Frau von den Barrieren verstehen, die Ihren Partner daran hindern, sich auf ein intimes Gespräch einzulassen, desto günstigere Bedingungen können Sie für ein solches schaffen.
  

So locken Sie ihn aus der Reserve

Das A und O ist eine vertrauensvolle Atmosphäre. Ein bohrendes „Nun sag doch mal endlich etwas!“ ist nicht gerade der beste Start. Gehen Sie lieber diplomatisch vor. Denken Sie daran: Als Frau haben Sie in diesem Punkt einen bedeutenden Vorsprung, den Sie in Ihrer beider Interesse nutzen können.

Wählen Sie den richtigen Augenblick

Morgens beim Frühstück. Er will nur kurz in die Zeitung schauen und muss dann auch gleich los – ein denkbar schlechtes Timing für ein Grundsatzgespräch. Genauso wie abends nach einem anstrengenden Tag. Auch in einer beruflich besonders stressigen Phase sind Sie besser zurückhaltend. Ihr Partner sollte den Kopf für ein Gespräch frei haben. Günstig ist etwa ein langer Spaziergang am Wochenende. Oder laden Sie ihn zum Essen in ein Restaurant ein, in dem Sie reden können, ohne dass die Tischnachbarn große Ohren machen.

Hören Sie aktiv zu

Sagen Sie, was Sie mitteilen möchten, möglichst sachlich und ohne Vorwürfe. Dann bitten Sie ihn um seine Sicht der Dinge und hören aufmerksam zu, was er dazu zu sagen hat. Das klingt einfacher, als es tatsächlich ist. Frauen fällt es nämlich ziemlich schwer, in Ruhe zuzuhören. Meist sind sie schnell mit einem Kommentar oder einem Urteil bei der Hand („Stimmt doch gar nicht“, „Das siehst du völlig falsch“). Beißen Sie sich in diesem Fall auf die Zunge. Hier geht es erst einmal darum, Ihren Partner zu verstehen. Zeigen Sie ihm, was Sie aufgenommen haben: „Sehe ich das richtig, du meinst also ...“ Lassen Sie sich Ihre Wahrnehmung bestätigen, bevor Sie weiter miteinander sprechen. So wird jedes Missverständnis gleich im Keim erstickt. Außerdem helfen Sie Ihrem Partner damit, seine Gefühle klar auszudrücken.

Vorsicht, Falle: So bringen Sie ihn wieder zum Schweigen

Natürlich sollen Sie nicht nur ergriffen lauschen. Sie kommen sicher nicht umhin, auch Stellung zu dem zu nehmen, was er sagt. Dabei sollten Sie aber wenn möglich die folgenden „Kommunikations-bremsen“ vermeiden. Sonst ist Ihr Gespräch schneller beendet, als Sie es sich wünschen.

Ihn abwiegeln

Er gesteht Ihnen, dass er Ängste oder Probleme hat, vielleicht auch auf sexuellem Gebiet. Sie halten mit einem aufmunternden Lächeln dagegen: „So schlimm ist das doch gar nicht“ oder: „Sieh das doch mal positiv“. Das mag ja gut gemeint sein, aber die Folge ist, dass er sich nicht ernst genommen fühlt und sich noch mehr verschließt.

Ihm Retourkutschen geben

Er hat tatsächlich den Mund aufgemacht und endlich offen gesagt, was ihm nicht passt. Etwa, dass Sie beide so wenig Zeit füreinander haben, weil Sie sich so oft mit Freundinnen treffen. Statt darauf einzugehen, suchen Sie bei ihm nach einem ähnlichen Fehlern: „Du kommst ja selbst immer erst so spät nach Hause.“ Kann stimmen, bringt aber nicht weiter. Suchen Sie stattdessen nach einer konstruktiven Lösung.

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