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„Sag doch was!“ – Bringen Sie Ihren Partner zum Reden

Dr. Eva Wlodarek

Seine Wahrnehmung in Abrede stellen

Er gibt zu, dass es ihn eifersüchtig macht, wenn Sie auf einer Party mit einem Gast flirten. Oder dass er das Gefühl hat, beim Sex stehe irgendwie etwas zwischen Ihnen. Sofort halten Sie dagegen: „So ist das doch gar nicht.“ Lassen Sie sich lieber seine Rückmeldung mit Beispielen belegen.

Ihm sagen, was er tun soll

Sie mögen es doch selbst nicht gerne, wenn er Ihnen ungebeten Ratschläge gibt, falls Sie sich nur mal aussprechen wollen. Also geben Sie ihm die Chance, Ihnen seinerseits seine Probleme mitzuteilen, anstatt ihm sofort Verbesserungsvorschläge zu machen, nach dem Motto: „An deiner Stelle würde ich …“
  

Ihm sagen, was er fühlt

Das kennt er sicher noch von seiner Mutter. Die hat etwa früher zur Erzieherin im Kindergarten in seinem Beisein gesagt: „Er ist ein lieber Junge, nur ein bisschen schüchtern.“ Und er wäre damals vor Scham am liebsten im Boden versunken. Noch heute hasst er es, wenn sich Frauen als Expertinnen für sein Gefühlsleben aufspielen. Sagen Sie also nie: „Im Grunde bist du doch nur wütend.“ Oder: „Gib doch endlich zu, dass du Angst hast.“

Sich gleich verteidigen, wenn er etwas kritisiert

Klar, keiner hört gerne Kritik. Aber vielleicht ist ja ein Körnchen Wahrheit daran? Das erfahren Sie nur, wenn Sie nicht gleich die Verteidigungshaltung einnehmen. Sagen Sie lieber: „Danke, dass du es mir gesagt hast. Ich werde darüber nachdenken.“

Halten Sie den Ehrenkodex für Gespräche ein

Zum Schluss noch eine Warnung: Missbrauchen Sie nach einem offenen Gespräch niemals sein Vertrauen. Sie würden sonst auf lange Sicht in das Scheitern Ihrer Beziehung einzahlen. Das gilt ganz besonders für sexuelle Themen, weil die besonders heikel und intim sind.

Verwenden Sie seine Offenbarung nicht als Waffe

Was immer er Ihnen anvertraut hat, nutzen Sie es nie, um damit später unter die Gürtellinie zu zielen. Auch dann nicht, wenn er Sie verletzt hat und Sie ihn so richtig treffen möchten. Sätze wie „Kein Wunder, dass deine Ex den Sex mit dir auch so langweilig fand“ oder „Du warst ja schon damals in der Schule ein Feigling“ sollten Ihnen nicht über die Lippen kommen.

Stellen Sie ihn nicht vor anderen an den Pranger

Ja, es tut gut, im Freundes- und Bekanntenkreis Verbündete zu haben oder sich überlegen zu fühlen. Aber bitte nicht auf Kosten Ihres Partners. In seiner Gegenwart zu sagen: „Ach komm, stell dich nicht so an. Erzähl doch mal, wie du das Vorstellungsgespräch vergeigt hast“ oder: „Sei doch nicht so schüchtern, hier tut dir doch keiner etwas“, ist demütigend.

Verraten Sie seine Geheimnisse nicht

„Als er den Job nicht bekommen hat, hat er geheult wie ein Baby.“ „Beim Sex steht er total auf Dirty Talk.“ „Er traut sich den neuen Job eigentlich gar nicht zu.“ Stopp, das ist nichts für fremde Ohren. Intime Dinge, die er Ihnen anvertraut hat oder die nur Sie wissen, sollten Sie unbedingt für sich behalten. Das ist eine Frage der Loyalität.

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