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Sex in der Schwangerschaft und nach der Geburt

Prof. Dr. Dr. Elisabeth Merkle

Mit Beginn einer Schwangerschaft ändert sich plötzlich das gesamte Leben – denn man wird vom Liebespaar zu werdenden Eltern. Wichtig dabei ist, die Freude auf das Baby zu unterstützen und grundlose Ängste auszuräumen. Denn die Schwangerschaft ist für ein Paar eine sehr schöne Zeit der Gemeinsamkeit, in der auch die eigene Sexualität nicht ausgeklammert werden sollte.


Sex in der Schwangerschaft

Bei all der Vorbereitung auf die bevorstehende Geburt verlieren werdende Eltern nicht selten die Fähigkeit, sich als Paar – besser gesagt als Liebespaar – zu betrachten. Dabei besteht in der Regel keinerlei Risiko für eine erfüllte und normale Sexualität.

Zugegeben – gegen Ende der Schwangerschaft sind aufgrund der weiblichen Rundungen verschiedene Stellungen nicht mehr möglich. Eine gute Sexualität hängt dann im wahrsten Sinne von der Phantasie des Paares ab.

Die werdenden Eltern müssen dabei keine Befürchtung haben, dass Sex bzw. ein Orgasmus dem Kind schaden könnte. Man kann das Kind beim Geschlechtsverkehr nicht verletzen – und für manche Paare vielleicht noch wichtiger zu wissen: Das Kind kann von dem Liebesspiel überhaupt nichts mitbekommen, auch wenn der Penis des Mannes anatomisch betrachtet dem Kind relativ nahe kommt.

Blutungen nach dem Verkehr

Da die Geschlechtsorgane während einer Schwangerschaft sehr gut durchblutet sind, kann nach dem Sex manchmal eine leichte Schmierblutung auftreten. Meist ist das völlig harmlos. Zur Sicherheit sollte aber dennoch ein Frauenarzt aufgesucht werden, damit der genaue Grund der Blutung festgestellt werden kann.

Keine Sex-Pflicht


Paare sollten die Frage der Sexualität unbedingt in der Arztpraxis ansprechen, sofern nicht der Frauenarzt selbst dieses Thema anschneidet. Und ohne an dieser Stelle falsch verstanden werden zu wollen: Sex während der Schwangerschaft ist keine Pflicht! Manche Frauen empfinden in der Schwangerschaft mehr Lust auf Sex, manche überhaupt keine. Beides ist völlig normal. Wichtig ist nur, dass das Paar hierüber spricht und die Zeit der Schwangerschaft glücklich erlebt.

Nach der Geburt

Nach der Geburt ist dann nichts mehr, wie es einmal war. Die Nächte sind oft kurz, das Stillen ist erfüllend, aber raubt Kräfte und die Geburt selbst ist natürlich auch ein anstrengender Akt. Das Paar ist in dieser Phase nur Elternpaar – und das ist auch sinnvoll! Denn nach der Geburt hat die Frau Wochenfluss, während dessen das Paar nicht miteinander schlafen sollte.

Der Arzt gibt gewissermaßen erst wieder das „okay“ für den gemeinsamen Sex. Denn erst bei der Nachuntersuchung kann festgestellt werden, ob sich die Gebärmutter entsprechend zurückgebildet hat und eventuelle Risse von der Geburt wieder verheilt sind. Gibt es keine Bedenken, finden die Eltern schnell wieder dahin zurück, nicht nur Eltern-, sondern auch Liebespaar zu sein.

Verhütung nach der Schwangerschaft

Wichtig ist, auch in der Stillzeit zu verhüten. Schwangerschaften sind in dieser Phase zwar eher selten, aber dennoch möglich. Damit die Muttermilch nicht belastet wird, sind während der Stillzeit nicht alle Verhütungsmittel angebracht. Die östrogenfreie Pille sowie Kondome bieten hier eine sinnvolle Alternative.

Oberste Devise ist: Bei fast allen Fragen, die Schwangerschaft betreffend, ist der Gynäkologe der richtige Ansprechpartner. Er gibt praktische Tipps und steht dem Paar die ganze Schwangerschaft über beratend zur Seite. Es gibt keine peinlichen Fragen. Sexualität in der Schwangerschaft und einige Zeit nach der Geburt gehören zum normalen und erfüllten Leben eines Paares. Trauen Sie sich!


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