Die mechanischen Verhütungs-methoden

Das Kondom
Das Kondom, oder auch Präservativ, ist neben der Pille das wohl am häufigsten eingesetzte und bekannteste Verhütungsmittel. Darüber hinaus auch das einzige, das neben der Schwangerschaftsverhütung einen effektiven Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten gewährt, wie z.B. AIDS.
Wirkung
Verhindert, dass die männlichen Samenzellen in den Körper der Frau gelangen.
Anwendung
Wird vor dem Geschlechtsverkehr über den erigierten Penis gestreift.
Vorteile
- Gibt es rezeptfrei zu kaufen
- Bietet Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten
Nachteile
- Geringere Sicherheit als mit hormonellen Verhütungsmethoden
- Wird oft als störend beim Geschlechtsverkehr empfunden
- Unterbricht das Liebesspiel
- Kann die Empfindungsfähigkeit herabsetzen
- Latexallergien möglich
Pearl-Index
2–12 (wegen der häufigen Anwendungsfehler)

Die Portiokappe
Ähnlich wie das Kondom soll die Portiokappe das Eindringen der männlichen Spermien in die Gebärmutter verhindern. Die kleine Halbkugel aus Gummi wird von der Frau selbst kurz vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt.
Wirkung
Bedeckt den Muttermund und verhindert das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter.
Anwendung
Plastik- oder Gummikappe, die vor dem Geschlechtsverkehr über den Muttermund gestülpt wird.
Vorteile
- Keine Hormonbelastung
- Anwendung nur bei Bedarf
Nachteile
- Geringere Sicherheit als mit hormonellen Verhütungsmethoden
- Nur in Verbindung mit spermienabtötenden Mitteln annehmbar sicher
- Muss nach dem Geschlechtsverkehr mehrere Stunden in der Scheide verbleiben
- Keine konstante Verhütung
- Anpassung der Größe durch den Arzt erforderlich
- Kann leicht vom Muttermund abrutschen
- Einsetzen und Entfernen erfordert Zeit und Übung
Pearl-Index
6

Das Diaphragma
Die Anwendungsweise und Wirkung ähneln sehr der Portiokappe. Beim Diaphragma handelt es sich um einen elastischen Ring mit einer gewölbten Latexmembran. Dieser wird vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt.
Wirkung
Verhindert das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter.
Anwendung
Wird ca. 2 Stunden vor dem Geschlechtsverkehr von der Frau in die Scheide eingeführt.
Vorteile
- Keine Hormonbelastung
- Anwendung nur bei Bedarf
Nachteile
- Geringere Sicherheit als mit hormonellen Verhütungsmethoden
- Nur in Verbindung mit spermienabtötenden Mitteln annehmbar sicher
- Entfernung erst mehrere Stunden nach dem Geschlechtsverkehr
- Keine konstante Verhütung
Pearl-Index
1–20 (in Verbindung mit einem spermienabtötenden Mittel)

Die Spirale
Das Intrauterinpessar (IUP), wie die Spirale auch genannt wird, ist ein T- oder hufeisenförmiger Körper aus Kunststoff, dessen Mittelstück mit Kupferdraht umwickelt ist. Direkt vom Arzt in die Gebärmutter eingeführt, bleibt die Spirale dort 3–5 Jahre liegen. Für diesen Zeitraum werden regelmäßige ärztliche Kontrollen mittels Ultraschall empfohlen.
Wirkung
Möglicherweise wird durch den Fremdkörper selbst oder die Abgabe winziger Mengen Kupfer der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut gestört, so dass die Einnistung einer befruchteten Eizelle nicht möglich ist. Kupfer hat außerdem eine spermienabtötende Wirkung.
Anwendung
Wird vom Arzt alle 3–5 Jahre direkt in die Gebärmutter eingeführt.
Vorteile
- Sichere Methode
- Keine Einnahmefehler möglich
- Kein Eingriff in den Hormonhaushalt
- Anwendung während der Stillzeit möglich
Nachteile
- Weniger sicher als hormonelle Verhütungsmittel
- Häufig stärkere und schmerzhaftere Regelblutungen
- Erhöhtes Risiko für Entzündungen im Beckenbereich
- Häufig ärztliche Kontrollen notwendig
- Spontane Ausstoßung möglich
Pearl-Index
0,9–3,0
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