Die Minipille: es geht auch ohne Östrogene
Bei der Minipille wirkt nur das Gestagen. Durch den Wegfall von Östrogen werden unangenehme Nebenwirkungen verringert, allerdings muss die Einnahme der herkömmlichen Minipille streng zum gleichen Zeitpunkt erfolgen, sonst ist der sichere Schutz vor einer Schwangerschaft gefährdet.
Wirkung
Die Minipille enthält ausschließlich Gestagen in so niedriger Konzentration, dass der Eisprung nicht sicher verhindert wird. Der Schutz ist jedoch durch die Verdickung des Schleims im Gebärmutterhals gegeben, so dass die Spermien gar nicht oder kaum durchkommen.
Anwendung
Die Minipille wird durchgängig genommen, also 28 Tage lang. Eine einwöchige Einnahmepause, während der die Blutung stattfindet, wird nicht eingehalten. Es können aber unregelmäßige Zwischenblutungen vorkommen.

Vorteile
- Zuverlässiger hormoneller Empfängnisschutz auch bei Östrogen-Unverträglichkeit
- Keine östrogenbedingten Nebenwirkungen
- Geringeres Thromboserisiko
- Auch geeignet für stillende Mütter
Nachteile
- Pille muss täglich zum gleichen Zeitpunkt (+/– drei Stunden) eingenommen werden
- Gefahr, die Einnahme zu vergessen und den Verhütungsschutz zu verlieren
- Unregelmäßige Blutungen
- Beeinträchtigung des Verhütungsschutzes durch Medikamente wie Antibiotika, Johanniskraut oder Mittel gegen Epilepsie
- Kein zuverlässiger Schutz bei Magen-Darm-Problemen (Erbrechen, Durchfall)
Pearl-Index
0,5–3,0
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