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Alle reden über Sex!
Sexuelle Wünsche einfach miteinander besprechen

86 Prozent aller Männer zwischen 20 und 40 Jahren finden, dass das Mitteilen von sexuellen Wünschen gut tut. Zwei Drittel der Männer sagen „sexuelle Wünsche einfach zu formulieren“ ist wichtig für den Sex in einer gut laufenden Beziehung. Das ergab die aktuelle „Simplified Sex“-Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut TNS Healthcare im Auftrag der Expertinnen-Initiative „female affairs“ durchführte. Männer und Kommunikation – dies scheint kein grundsätzlicher Gegensatz in Sachen Sex zu sein. Vielmehr antworten über die Hälfte der Männer auf die Frage, was sie wirklich im Bett wollen, „offen über Wünsche und Bedürfnisse sprechen“. Doch wird in deutschen Betten wirklich offen miteinander geredet? Die Ergebnisse der Studie zeigen eine andere Realität. Nur ein Drittel der Männer sagt, immer offen über die eigenen Wünsche sprechen zu können. Und nur 20 Prozent der Männer schätzen, dass ihre Partnerin offen über ihre sexuellen Wünsche spricht. Eigentlich verwunderlich: denn bei den Männern würde dies auf offene Ohren stoßen: 75 Prozent geben an, dass solche Äußerungen ihnen das Vertrauen der Partnerin zeigen. Für die Hälfte der Befragten bedeutet es sogar ein Zugewinn an Lust, sie fühlen sich dadurch erregt. Also warum klaffen Wunsch und Wirklichkeit so weit auseinander? Warum trauen sich viele Paare nicht über ihre sexuellen Bedürfnisse zu sprechen?

Die „female affairs“-Expertin und Psychologin Dr. Eva Wlodarek kennt dieses Phänomen: „Das Problem lässt sich auf einen einfachen Nenner bringen: Wir haben Angst vor Zurückweisung.“ Denn alles, was mit Sexualität zusammenhängt, so die Expertin, beträfe unsere Identität im Kern. „Es geht eben nicht darum, irgendein Problem auszudiskutieren, wie etwa den nächsten Urlaub am Meer oder in den Bergen. Sondern es geht um unsere Persönlichkeit. Für Frauen steht ihre Weiblichkeit, für Männer ihre Männlichkeit in einem offenen Gespräch über sexuelle Wünsche und Vorlieben auf dem Prüfstand.“ So gehe es für beide dabei außerdem um die Frage, wie liebenswert und attraktiv sie für den anderen sind, so die Psychologin weiter. „Man könnte ja eventuell erfahren, dass der Partner oder die Partnerin einen manchmal gar nicht so toll findet.“
Ein weiteres Problem sieht Dr. Wlodarek darin, dass man nicht immer wirklich wissen möchte, was der Partner für ausgefallene Wünsche und Fantasien hat. „Frauen werden meist von gewalttätigen oder pornografischen Vorstellungen abgestoßen. Männer fühlen sich häufig von ‚Rivalen‘, etwa Filmstars mit tollem Körper oder Anforderungen an ihre Potenz unter Druck gesetzt.“ Außerdem könne man ja auch nie wissen, wie eigene Ideen aufgenommen werden.
All diese Gründe, so die Psychologin, können dazu führen, dass Paare unbewusst ihre Bemühungen um ein offenes Gespräch über Sex sabotieren. „Sie fürchten, was sie zu hören bekommen, könnte Unbehagen bei ihnen auslösen. Deshalb verschließen sie sich lieber vor der Wahrheit. Kurz: Das Paar flüchtet sich in die Illusion, es gäbe kein Problem.“
Doch genau das hält die „female affairs“-Expertin für den falschen Weg. „Tatsache ist, dass es wesentlich sicherer ist, darüber zu reden. Weil das Paar dann weiß, woran es ist. Und weil es meist etwas ändern kann.“ Echte Nähe setze voraus, dass jeder die grundlegende Wahrheit des anderen kennt. Und so lautet das Credo der Psychologin: „‚Simplified Sex‘ heißt eben auch: Trau dich, offen zu sagen, was du magst oder gerne anders hättest.“


Juni 2008


Pressekontakt:
„female affairs“ Initiativenbüro
Julia Beck
Walther-von-Cronberg-Platz 6
60594 Frankfurt
Tel.: 069/ 6612456-8368
Fax: 069/ 6612456-8398
Email: julia.beck@mslpr.de


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