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Facettenreich, lustvoll und sensibel – Frauen und ihre SexualitätSexuelle Kompetenz„Selbst sehr gebildete Frauen haben häufig Wissenslücken, wenn es um ihren Körper oder ihre Sexualität geht“, weiß die Gynäkologin und „female affairs“-Expertin Prof. Dr. Dr. Elisabeth Merkle. Oft sind gerade sie es, die sich nicht trauen, ihrem Gynäkologen Fragen zu diesem Thema zu stellen, weil sie sich nicht als unwissend „outen“ wollen. Informationszeitalter, World Wide Web, und keine Fragen mehr? − Von wegen, denn das, was Frauen nachlesen können, entspricht nicht immer dem, was sie eigentlich wissen müssten, um selbstsicherer und natürlicher mit ihrer Sexualität umzugehen. „Nehmen wir nur einmal das Beispiel Verhütung. Wer sagt denn, dass die Verhütungsmethode, für die ich mich einmal entschieden habe, auf immer und ewig die richtige für mich ist?“ „Es gibt“, so Merkle, „genug Frauen, die gar nicht wissen, welche neuen Alternativen überhaupt möglich sind – und deshalb auch gar nicht auf den Gedanken kommen, nachzufragen.“ Und dann immer wieder der Traum von atemlosen Augenblicken, Feuerwerken der Leidenschaft, experimentellen Liebesnächten – Hand aufs Herz: Meistens bleibt es genau das: ein Traum. Die Entspannung im Bett liegt nämlich ganz offensichtlich auf Eis: Laut einer bislang unveröffentlichten Studie der University of Michigan betrachten nur 19 Prozent aller Frauen Entspannung als einen wichtigen Bestandteil ihres Tagesablaufs. Das passt zu den Ergebnissen einer GEWIS-Studie, die herausfand, dass über 80 Prozent aller Frauen für Sex zu gestresst sind. Selbst wenn alle Weichen richtig gestellt sind, die äußeren Umstände stimmen und beide Partner Lust haben, können schon winzige „Unstimmigkeiten“ bei Frauen für einen abrupten „Verlust an Lust“ sorgen. Plötzlich erscheinen wichtige Termine wie Pop-ups im Kopf. Wenn’s am schönsten ist, klingelt das Handy, oder der Partner sagt im richtigen Moment das Falsche – das war’s, die Lust ist weg, an Erotik ist nicht mehr zu denken. |
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