Simplify your Sex
Mit Verhütung Sexualität vereinfachen
„Die Verhütungsfrage muss bei mir beim Sex geklärt sein. Doch meist nehmen Frauen das ja selbst in die Hand, und wir Männer müssen uns deshalb keinen Stress machen.“ Solche Aussagen hört Prof. Dr. Dr. Elisabeth Merkle, niedergelassene Gynäkologin und Mitglied von „female affairs“, in ihrem Praxisalltag häufig. „Zwar haben Männer Verhütung als wichtiges Thema erkannt und wollen auch ihre Partnerin hierbei unterstützen. Doch zeigt der Praxisalltag, dass sie sich nicht aktiv informieren. Für Männer endet die Unterstützung in Sachen Verhütung leider oft mit dem entgegengebrachten Interesse.“ Diese Erfahrung bestätigt auch die gerade veröffentlichte „Simplified Sex“-Umfrage von „female affairs“, die zusammen mit dem renommierten Meinungsforschungsinstitut TNS Healthcare 1.043 Männer zwischen 20 und 40 Jahren zu den Themen Sexualität, Partnerschaft und Verhütung befragt hat. 77 Prozent der Männer antworten auf die Frage, ob Sexualität für Sie etwas mit Verhütung zu tun hat, mit „ja, auf jeden Fall“. 65 Prozent der Männer versuchen sogar, gemeinsam mit der Partnerin eine Lösung in Verhütungsfragen zu finden. Doch fragt man etwas genauer nach, zeigt sich, dass sich 79 Prozent der befragten Männer überhaupt nicht zum Thema Verhütung informieren.
„Die Verantwortung in Sachen Verhütung liegt eindeutig noch in Frauenhand“, bedauert Prof. Dr. Dr. Merkle. Denn die 2007 veröffentlichte „Smart Sex“-Umfrage zeige ja deutlich, dass Frauen nicht alleine die Verantwortung hierfür tragen wollen. In der ebenfalls von „female affairs“ initiierten Umfrage hatten 98 Prozent der Frauen geantwortet, dass sie von ihrem Partner erwarten, dass er sich in Sachen Verhütung ebenso verantwortlich fühlt, wie sie selbst. Und 86 Prozent bestätigten, dass sie die Verantwortung für die Verhütung nicht komplett alleine tragen möchten.
Doch um dem Frauenwunsch nach Verantwortung nachkommen zu können, müssten Männer sich besser über Verhütungsmethoden informieren. Denn die aktuelle Studie zeigt deutlich, dass sie sich nur schlecht bei Verhütungsmethoden auskennen. Neben gängigen Verhütungsmethoden – wie der Antibabypille und dem Kondom – können Männer nur vereinzelt weitere Methoden aufzählen. „Nur wenige Männer kennen sich mit modernen Verhütungsmitteln – wie dem Verhütungsring oder dem Verhütungsstäbchen – aus und können den Frauen bei ihrer Wahl der richtigen Methode beratend zur Seite stehend“, so die Expertin. So sei es auch nicht verwunderlich, dass bei 94 Prozent der befragten Männer Verhütung kein Stress beim Sex bedeutet.
„Es ist wichtig, dass Männer sich an der Verhütungsfrage beteiligen, denn für Frauen kann diese ein absoluter Lustkiller sein“, bestätigt auch die Gynäkologin und „female affairs“ Expertin Dr. Anneliese Schwenkhagen. Dabei könnten Paare mit fundierten Informationen gemeinsam soviel über ihre Sexualität und auch ihre Verhütung erfahren. „Denn ‚Simplified Sex‘ beinhaltet auch, dass Paare zusammen ausprobieren, was ihnen gut tut und was nicht, was ihnen Spaß macht und was weniger. Nur so kann man Sexualität einfach genießen. Das alles ist durch eine sichere Verhütung erst möglich“, betont die Frauenärztin. Grundsätzlich möchte sie Paare dazu ermuntern, sich in Sachen Sexualität und Verhütung kompetenten Rat zu holen, um mit ihrer Sexualität selbstbestimmt umgehen zu können. Umfassende Informationen zum Thema Sexualität und Verhütung gibt es auch auf der Website www.femaleaffairs.de. Hier informiert die Initiative zu den unterschiedlichen Methoden und Wirkweisen der Verhütungsmittel und liefert aktuelle Beiträge aus den Bereichen Liebe, Sexualität und Beziehung. Außerdem kann im Frage-Forum direkt in Kontakt mit den Expertinnen getreten und Fragen gestellt werden. „Denn nur wer sich informiert und seine Wünsche, Bedürfnisse und seinen Körper kennt, kann ‚Simplified Sex’ leben“, resümiert die Expertin.
Juni 2008
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